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HP97 Tischrechner

HP Kartenleser
Der HP97 ist ein beeindruckender Rechner, der sich ausserdem wirklich gut auf meinem Schreibtisch macht. Wenn man ein altes Gerät findet (oder bei ebay ersteigert), wird man zwei Probleme feststellen. Zum Einen ist das Akkupack längst am Ende, zum Anderen funktioniert der Kartenleser nicht mehr. Die Antriebsmechanik des Kartenlesers enthält eine Andruckrolle aus einem weichen Kunststoff, der sich im Laufe der Jahre in eine klebrige Masse verwandelt. Glücklicherweise ist das der einzige Schwachpunkt des Kartenlesers, und Abhilfe ist möglich. Die hervorragende Reparaturanleitung von Mike Davis beschreibt detailliert, wie der Kartenleser repariert werden kann. Ich habe dem nur wenig hinzuzufügen.

Öffnen
Vor dem Lösen der 6 sichtbaren Schrauben entferne ich die Batteriefachklappe und den Akkupack. Nach dem Öffnen sieht man rechts oben das flexible Mylexkabel, das zum Kartenleser führt. Die Reparatur des Kartenlesers ist einfacher, wenn man das Kabel an einer Stelle abzieht - entweder hier oder am Kartenleser - aber falls das Kabel in einem sehr schlechten Zustand ist, besteht die Gefahr, dass sich die Schutzfolie von der Leiterbahnlage trennt und das Kabel danach nicht mehr in die Steckverbindung eingeführt werden kann. Falls das passiert, kann man das Kabel durch eine andere Flachbandkabelverbindung ersetzen.

Lösen der Hauptleiterplatte
Weitere sechs Schrauben später kann die Hauptleiterplatte vom Gehäuseoberteil (mit Tastatur- und Anzeige) getrennt werden. Die Hauptleiterplatte wird durch Spannfedern mit der Tastaturplatine verbunden; man muss beim Abziehen sehr vorsichtig sein, um keine Feder zu verbiegen. Das erneute Zusammenstecken ist noch heikler, dabei kann man leicht eine oder mehrere Federn verbiegen. Die Bilder zeigen die Hauptplatine von hinten (den Kartenleser habe ich hier schon abgeschraubt) und die Tastaturplatine mit den Spannfedern unten.

Reinigen der Tastatur
Ich habe mir angewöhnt, bei dieser Gelegenheit auch gleich die Tastatur und die Schiebeschalter zu reinigen. Nach dem Lösen der Schrauben kann der Tastaturblock rausgenommen werden; das erleichtert die Reinigung der Tasten. Ich reinige die Kontakte mit einem mit Kontaktspray befeuchteten Wattestäbchen.

Der Kartenleser
Das obere Bild zeigt den Kartenleser nach dem Lösen der drei Schrauben, die die Leiterplatte mit dem Kunststoffträger verbinden. Jetzt kann die Leiterplatte vorsichtig nach oben weggeklappt werden, so dass die Kontaktzungen und das Antriebsrad sichtbar werden. Die Kontaktzungen dürfen nicht verbogen werden. Die beiden Kabel (rot und schwarz) führen zum Motor, weiter oben sieht man auf der Platine Leiterkontakte mit der Beschriftung M, F und H. Mit diesen Kontakten kann die Funktion der Kontaktzungen überprüft werden, dazu später mehr.

Das Antriebsrad
Nach dem Lösen der drei schwarzen Schrauben kann das Antriebsrad abgezogen werden. Im Bild sieht man das Antriebsrad nach der Reparatur: Die zersetzte Gummimasse wurde durch ein Stück PVC-Benzinleitung aus dem Modellbau ersetzt. Ich muss den Schlauch noch mit einer Rasierklinge abschneiden. Inzwischen schneide ich den Schlauch vor dem Aufziehen auf die Welle, wobei ich ihn ein kleines Stück kürzer als die Welle schneide, um zu verhindern, dass der Gummischlauch nach dem Einbau das Kunststoffgehäuse berührt. Die zusätzliche Reibung würde u.U. verhindern, dass der Leser vernünftig läuft.

Links im Bild sieht man übrigens den hervorragenden Artikel von Mike Davis, der auch genau erklärt, in welcher Reihenfolge der Kartenleser zerlegt werden sollte, damit man keinen der Nylonbälle verliert. Die Welle hat einen Durchmesser von 1/8", der Aussendurchmesser des Antriebsrads (mit Schlauch) sollte 1/4" betragen.

Funktionstest
Vor dem Zusammenbau entferne ich in der Regel den Motor, um die Antriebsschnecke zu reinigen. Die Antriebsschnecke ist auf die Motorachse aufgesteckt; manchmal kommt es vor, dass die Gummihalterung nicht mehr genügend Halt für die Schnecke bietet und die Achse frei dreht. In diesem Fall genügt ein Tropfen Superkleber, um wieder zuverlässigen Halt zu haben.

Ich teste den Motor zunächst freilaufend; er sollte bei 1.5V etwa 7-9mA aufnehmen. Anschliessend teste ich, ob der Motor eine Karte vollständig durch den Leser zieht. Dazu setze ich den Motor unter Spannung und teste ihn wie im dritten Bild gezeigt, ohne aufgesetzte Leiterplatte. So kann ich auch prüfen, ob die neue Kunststoffandruckrolle nicht am Gehäuse schleift, und ob die Nylonbälle frei laufen. Die Karte sollte ruhig und stetig durch den Leser gezogen werden. Die Stromaufnahme steigt beim Einführen der Karte natürlich an.

Die Kontakte
Von den drei Kontaktzungen werden nur zwei verwendet. Beim Einschieben der Karte muss der Kontakt M mit dem links oben liegenden Kontaktpunkt verbunden sein. Zum Testen des zweiten Kontakts schiebe ich die Karte rückseitig ein, dann muss der Kontakt F mit dem Kontaktpunkt links oben verbunden sein.

Im Betrieb wird der Motor vom Kontakt M gestartet, der Rechner erwartet dann kurze Zeit später, dass der Kontakt F geschlossen wird. Beim Durchziehen der Karte wird dann zunächst M und dann F wieder geöffnet. Auf diese Weise kann der Rechner feststellen, ob die Karte ggf. im Leser stecken geblieben ist.



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