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Renovierung

Meine Küche wird renoviert und bekommt eine Schiebetür
Meine Küche ist der letzte Raum in dieser Wohnung, der sich noch im Urzustand befindet. Das ging mehr als ein Jahrzehnt gut, aber einmal muss Schluss sein. Wir renovieren! Aber vorher noch ein kurzer Blick auf den Ausgangszustand. Da muss man was machen!

Montag: Abriss
Am ersten Tag müssen wir zunächst den Boden freibekommen und die Möbel dafür ausbauen. Das ist bei einer Einbauküche nicht ganz einfach, und ausserdem geht die Arbeitsplatte dabei kaputt. Gut so! Danach werden die alten Kacheln entfernt, und eine schlecht isolierte Wand zum Nachbargebäude wird ebenfalls entfernt. Hier möchten wir neu und mit richtiger Dämmung aufmauern.

Dienstag: Aufmauern, weiterer Abriss
Wir entscheiden uns auf Anraten des Klempners, die Rohre rechts an der Wand unter Putz zu legen. Dafür reissen wir zunächst die komplette Verkleidung des Kamins ab. Das 40mm Rohr ist schon ziemlich zugesetzt und wird durch ein 50mm Rohr ersetzt, ausserdem verlegen wir bei der Gelegenheit den Anschluss der Waschmaschine. Parallel wird die linke Wand zunächst isoliert und dann aufgemauert.

Mittwoch: Weiter Aufmauern, Wasserrohre verlegen
Der Klempner verlegt zunächst die Kalt- und Warmwassserzuleitung neu, setzt zwei neue Absperrhähne, mit denen die Küche künftig unabhängig vom Rest der Wohnung abgesperrt werden kann, und legt ein neues 50mm Abflussrohr für Spüle, Spül- und Waschmaschine. Der Waschmaschinenanschluss kommt an einen neuen Ort, es gibt neue Siphons und neue Anschlüsse für die Maschinen. Natürlich muss auch die separate Steckdose für die Waschmaschine verlegt werden. Wir nutzen die Gelegenheit auch, um den KNX-Installationsbus für das intelligente Haus in die Küche zu legen. Inzwischen ist das Schiebetürchassis geliefert worden, so dass wir für den nächsten Tag den Abriss einer weiteren Wand planen können. Wir sind im Zeitplan!

Donnerstag: Vorbereitung Schiebetüreinbau
Unsere Schiebetür basiert auf einem Chassis von Scrigno, mit dem wir bereits gute Erfahrungen gemacht haben. Heute entfernen wir den alten Türrahmen sowie 80cm Mauer links daneben - hier wird das Chassis eingebaut. Wir entfernen ebenfalls die Wand über der Tür, aus Sicherheitsgründen. Das Chassis soll auf den Fertigboden gestellt werden, also müssen wir eine Reihe Feinsteinzeug legen. Zwischen Parkett und Steinboden kommt eine Schlüterschiene. Der Kleber trocknet über Nacht, damit wir am nächsten Tag die Tür einbauen können.

Freitag: Wir bauen die Schiebetür ein
Die handelsüblichsten Chassis von Scrigno sind zum Einbau in eine Metallständerwand vorgesehen. Hier haben wir uns für ein selteneres Modell zum Einmauern entschieden. Das Chassis besteht aus drei Teilen - dem eigentlichen Chassis aus Metall, das die geöffnete Tür aufnimmt, einer Laufschiene und einem Metallständer auf der anderen Seite. Wenn der Boden eben ist, bereitet die Montage keine weiteren Schwierigkeiten, in unserem Fall allerdings muss der Übergang zwischen dem vorhandenen Parkett und dem neu zu legenden Steinboden durchdacht ausgeführt werden. Ideal wäre es, wenn die Trennlinie zwischen Parkett und Steinboden - markiert durch die Schlüterschiene - genau in der Mitte läge. Das ist bei uns leider nicht möglich, da das Parkett zu kurz geschnitten wurde. Ich habe das Parkett am Vortag mit einer Tauchsäge glatt gesägt, die Trennlinie wird nicht ganz mittig und leider auch nicht ganz präzise in der Achse liegen.

Ein anderes Problem ist, dass mir 5mm fehlen, um den Zwischenraum zwischen Chassis und Pfosten komplett mit Parkett auszufüllen. Da werde ich mir später noch etwas einfallen lassen müssen.

Ein Vorteil des Scrigno-Chassis ist, dass die Führungsschiene massiv ist und eine Mauer stützen kann. Die Gipsdielen werden direkt aufgemauert, allerdings mit Versatz links und rechts in die vorhandene Wand, um die Statik zu verbessern. Gipsdielen werden in Deutschland selten verwendet, sind in Frankreich aber üblich für nichttragende Innenwände. Das Ergebnis sieht weit weniger erschreckend aus als das Bild, das sich noch am Vortag ergab.

Samstag: Verputzen, Aufräumen
Am Vormittag werden zwei der vier Wände grob verputzt, ausserdem die erste Lage Putz auf dem Türchassis angebracht. Das Scrigno-Chassis hat dazu ein Drahtgitternetz, auf dem der Putz gut hält. Anschliessend wird ein feinmaschigeres Netz aufgebracht, das auf dem Bild blau durchscheint, und auf dem später der Feinputz aufgebracht wird. Soweit sind wir aber noch nicht.

Wir nutzen die Gelegenheit auch, um einige neue Steckdosen zu setzen, und die alten Leitungen, die zum Teil in Kunststoffschienen über den Sockelleisten liefen, unter Putz zu legen. Wir haben zwei Unterputz-Installationskästen angebracht, die diese Arbeit erleichtern. Da jetzt keine Maurerarbeiten mehr zu machen sind, wird das restliche Material entsorgt. Das Kabel, das aus der Wand hängt, ist übrigens ein Telefonkabel für mein Siemens comfoset 150.. Eigentlich kann man an der Stelle, an der das Chassis steht, nichts montieren, aber mit einem kleinen Trick und kurzen Metallschrauben, die an der richtigen Stelle angebracht werden, geht es doch. Ich habe mir dazu vor dem Verputzen eine Schablone erstellt.

Am Nachmittag reinigen wir den angrenzenden Raum - das Wohnzimmer - und die Treppe, und verlegen einen neuen schützenden Teppich. Der alte hat bei den Arbeiten der letzten Tage sehr gelitten. Ausserdem bauen wir den Wandschrank wieder ein, der für die Klempnerarbeiten entfernt werden musste.

Sonntag: Elektroinstallation
Während die Handwerker Pause machen, bereiten wir die Elektroinstallation vor. Wir setzen weitere Steckdosen, und legen die zuvor Aufputz verlegten Leitungen in Leerrohre. Zwei grosse Verteilerkästen helfen dabei.

Montag, zweite Woche: Grobputz, Elektroinstallation
Der Plan für diese Woche sieht vor, dass bis Samstag die Malerarbeiten an Wänden und Decke erledigt sind. Heute werden die Wände grob verputzt und geglättet. Die erste Putzschicht auf dem Schiebetürchassis ist inzwischen trocken, so dass wir die zweite Schicht aufbringen können, und am Ende des Tages noch eine dritte.

Die Elektroinstallation erfordert eine weitere Verteilerdose an einer zentralen Stelle. Inzwischen haben wir eine klare Vorstellung von der neuen Kücheneinrichtung, so dass weitere Gerätesteckdosen nötig werden. Wir haben ausserdem entschieden, eine bodennahe Wandeinbauleuchte zu installieren, für die ein weiteres Leerrohr nötig wird. Der letzte Wandschrank wurde ebenfalls entfernt - jetzt ist alles frei zugänglich.

Dienstag: Feinputz
Nicht jeder Baustellentag verläuft so dramatisch wie der Abriss einer Trennwand. Heute wurden alle Wände mit zwei Lagen Feinputz behandelt, um eine glatte und streichbare Fläche zu erreichen, ausserdem die Decke verputzt und geglättet und die Übergänge zwischen Wand und Decke mit dauerelastischen Fugen geschlossen. Jetzt wird es Zeit, über die endgültige Elektroinstallation nachzudenken, und um zu klären, ob im Kamin eine Wandnische entstehen soll. Diese Entscheidungen müssen jetzt getroffen werden, da übermorgen die Malerarbeiten beginnen.

Mittwoch: Feinputz, Korrekturen, Grundierung
Heute werden die letzten zwei Lagen Feinputz aufgebracht und die Wände im Streiflicht geschliffen, kontrolliert und ggf. korrigiert. Wir bereiten ausserdem die Dachbalken für den später aufzubringen Lack vor; hier hilft der Exzenterschleifer. Am Ende des Tages kann ausserdem eine Grundierung an der Decke aufgebracht werden, um einen gleichmässigen Farbauftrag am nächsten Tag zu garantieren. Die Idee mit der Wandnische haben wir aus technischen Gründen verworfen. Am Boden entfernen wir an einigen Stellen den noch überstehenden Randstreifen, um einen schönen Übergang zwischen Boden und Wand realisieren zu können.

Donnerstag: Korrekturen, Grundierung, Farbe
Wir schliessen zwei Verteilerdosen, machen ein paar Korrekturen, bringen die Grundierung auch an den Wänden auf, streichen die Decke, und machen den Anschluss zwischen Decke und Dachbalken. Jetzt ist alles bereit für den Anstrich der Wände morgen. Wir liegen im Zeitplan, sofern es gelingt, morgen auch eine erste Schicht Lack auf den Dachbalken aufzutragen.

Auf dem Foto rechts sieht man das 24V-Kabel für eine Bodenleuchte. Leider ist die Einbaudose noch nicht da, so dass wir hier erst nach dem Verlegen des Feinsteinzeugbodens die Arbeit an der Wand abschliessen können.

Freitag: Malerarbeiten
Nachdem die Wände verputzt, geglättet und grundiert wurden, ist jetzt der Zeitpunkt für die Malerarbeiten gekommen. Wir verwenden eine abwaschbare satinierte Farbe von Tollens, die in drei Schichten aufgetragen wird. Die Trockenzeiten nutzen wir, um die Dachbalken zu reinigen, die am Ende des Tages eine erste Schicht hellgrauen PU-Lack in Hochglanz bekommen. Am Abend stellen wir fest, dass durch den hellen Lack die Schäden im Holz zum Teil stärker sichtbar werden, und bessern mit einem Spezialkitt aus - das sind die weissen Flecken, die man auf dem Bild sieht.

Samstag: Abschluss der Malerarbeiten, Vorbereitung Boden
Wir beenden planmässig die Malerarbeiten in der Küche: Wände und Decke haben eine satinierten Anstrich bekommen, die Dachbalken sind hellgrau, allerdings wird am Montag noch ein letzter Anstrich nötig sein, um einige Korrekturen abzudecken.

Der Klempner hat ebenfalls noch eine Korrektur vorgenommen und den Anschluss der Waschmaschine höher gesetzt, damit man einen aqua-stop anschliessen kann. Am Ende des Tages haben wir den Boden gereinigt und mit einer Grundierung versehen, damit die ab Montag zu verlegenden Feinsteinzeugplatten im Format 60x60 gut haften. Die schwarzen Flecken sind Löcher, die wir nach dem Entfernen der Bodenkacheln entdeckt haben, und die wir mit Zement verschlossen haben. Kein Wunder, dass einige Kacheln hohl lagen!

Montag, dritte Woche: Feinsteinzeugboden verlegen
Heute geht es planmässig mit dem Boden weiter. Vorher werden allerdings noch einige Retuschen am Lack der Dachbalken vorgenommen, die jetzt mit dem Baugerüst noch bequem möglich sind. Sobald der Boden gelegt ist, möchten wir nicht mehr mit Gerüst in der Küche arbeiten. Nach der Korrektur wird das Gerüst demontiert, und wir beginnen mit dem Verlegen der Platten. Wir haben uns für grauen Basalt in 60x60cm von Coem mit natürlich strukturierter Oberfläche entschieden. Das Material ist extrem hart und nicht porös, allerdings sind die rechtwinklig geschnittenen Kanten empfindlich, solange die Kacheln noch nicht verfugt sind. Die Platten werden mit einem Flexkleber verlegt, der mit Zahnspachtel auf Boden und Platte aufgebracht wird. Heute verlegen wir nur ganze Platten, die schwierigen 103°-Schnitte heben wir uns für morgen auf.

Dienstag: Feinsteinzeugboden verlegen, zweiter Teil
Nachdem am Vortag sämtliche ganzen Platten verlegt worden sind, verlegen wir heute die Platten, die Schnitte erfordern. Eine Wand ist nicht rechtwinklig, sondern hat einen 103°-Winkel, für den wir ein entsprechend im Winkel geschnittenes Stück Holz als Keil verwenden, um die Platten sägen zu können. Damit - und dank des neuen Diamantsägeblatts - geht es relativ zügig voran. Am Abend geht uns der Flexkleber aus, und wir müssen die Fertigstellung auf den nächsten Tag verschieben.

Mittwoch: Feinsteinzeugboden verlegen und verfugen
Heute werden die letzten Platten verlegt, anschliessend wird der Boden verfugt. Wir beginnen mit dem Verfugen an dem Teil des Bodens, der bereits am Montag verlegt wurde, und schliessen die Fugen der am Morgen verlegten Platten am Abend, um zu verhindern, dass der Fugenmörtel auf nicht ausgehärteten Fliesenkleber trifft. Beim Verfugen wird zwangsläufig Zementmörtel auf den Kacheln verteilt, was uns noch ein paar Tage mit Reinigungsarbeiten beschäftigen wird. Für ein Foto war heute irgendwie keine Zeit.

Donnerstag: Reinigen, Retuschen
Heute wird nur einen halben Tag gearbeitet - wir reinigen den Boden mehrmals mit klarem Wasser und nehmen einige Retuschen an der Wand vor, da wir beim Verfugen mehrere Stellen verdreckt haben.

Die Grundreinigung von Feinsteinzeugboden ist ein Kapitel für sich. Bei einem naturbelassenem Boden wie meinem ist die Oberfläche nicht porös und hat eine Textur, mein Boden (Coem Basaltina) hat ausserdem ein Farbspiel. Damit ist er eigentlich robust und leicht zu reinigen, trotzdem ist der Zementschleier ziemlich hartnäckig und erfordert mehrere Durchgänge mit klarem Wasser, dünn aufgetragen und mit dem Schwamm wieder entfernt, um den Zement zu entfernen. Es gibt spezielle Zementschleierentferner, die säurehaltig sind und die Arbeit erleichtern, allerdings dürfen sie nicht sofort nach dem Verfugen eingesetzt werden, sondern erst nach dem vollständigen Aushärten, nach mindestens 4 Tagen, da sonst die Farbpartikel der Fuge ausgewaschen werden können.

Bei poliertem Feinsteinzeugboden ist die Sache noch etwas schwieriger, da durch den Poliervorgang die Poren geöffnet werden und den Zementschleier tiefer aufnehmen. Die meisten Reklamationen bei diesem Bodenbelag treten bei poliertem Boden auf. Ich werde meine Reinigunsaktion am Wochenende fortsetzen.

Samstag/Sonntag: Reinigen, Steckdosen installieren
Wir setzen die Reinigungsaktion fort - mehrfach mit klarem Wasser, bis alle Zementrückstände entfernt sind, und beginnen anschliessend mit dem Einsetzen der zahlreichen Steckdosen. Ein Verteilerschrank wird zusätzlich installiert, der später die EIB-Installation und die 12V- und 24V-Transformatoren für die LED-Beleuchtung aufnehmen wird. Ausserdem muss der Anschluss für die elektrischen Rolläden, der bislang zu einem hässlichen Aufputzschalter führte, in den Verteiler gelegt werden.

Damit wäre dieser Teil der Renovierung fast abgeschlossen. Wir warten jetzt auf die noch fehlenden Teile - Schiebetür, Bodenleuchte, LED-Schienen, Transformatoren, EIB-Aktoren, Deckenleuchte - und machen uns Gedanken über die Küchenmöbel.

Viel später: Modifikation der Sanitärinstallation
Nachdem nach langem Hin und Her eine Entscheidung für eine neue Küche getroffen wurde und die alten Schränke entsorgt wurden, muss die Installation an die neue Küchenplanung angepasst werden. Dafür sind uns Masszeichnungen zur Verfügung gestellt worden, anhand derer die Wasseranschlüsse und Steckdosen für Wasch- und Spülmaschine und der Anschluss für das Spülbecken modifiziert werden: Alles muss sich unter dem Spülschrank befinden, um einen Zugang zu gewährleisten. Hätte man mit etwas Nachdenken auch selbst draufkommen können! Dieser Planungsfehler kostet einen Handwerkertag und drei Verbindungsmuffen für 50mm PVC-Rohr.

Modifikation der Elektroinstallation
Die Masszeichnungen der neuen Küche sehen auch modifizierte Steckdosen vor. Die Waschmaschinensteckdose muss an einen anderen Ort, und die Steckdose für die Dunstabzugshaube muss wesentlich höher montiert werden. Auf dem Bild sieht man auch die 150mm-Öffnung zum Dach für die Dunstabzugshaube. Hinzu kommt ausserdem eine Steckdose für die Küchenmaschine, die neben den Kochplatten als Domino montiert werden soll.

Beleuchtung und EIB-Steuerung
Für die Beleuchtung haben wir uns für reinweisse LEDs entschieden. Die Arbeitsplatte wird verdeckt mit vier 50cm langen LED-Leisten (die es bei segor in Berlin gibt) beleuchtet. Diese Leuchten sind auch in warmweiss erhältlich und benötigen eine 12V- Versorgung.

Die bodennahe Wandeinbauleuchte ist von nimbus und erfordert eine 24V-Versorgung. Im Vergleich zu einer Halogenlampe ist der Stromverbrauch sehr gering, daher genügt eine 0.75mm2-Leitung. Für den Einbau muss zunächst ein Unterputzrahmen in die Wand gesetzt und verputzt werden, die Lampe wird anschliessend einfach eingesetzt und von zwei Federclips gehalten.

Der 24V-Transformator befindet sich, ebenso wie der 12V-Transformator, in einem Verteilerschrank, der auch den EIB-Aktor und die Rolladensteuerung aufnimmt. Der Aktor bedient zusätzlich eine geschaltete Steckdose hinter dem Buffet, so dass man leicht eine "Alles Aus"-Zentralfunktion realisiern kann. Ein Vorteil der LED-Technik gegenüber Halogen ist, dass man sich um die Kabellänge keine Gedanken machen muss: Halogenleuchten erfordern aufgrund der hohen Stromaufnahme halbwegs identische Kabellängen, um gleiche Helligkeit zu erzielen, und benötigen grosse Querschnitte, falls die Kabelwege sehr lang sind.

Die Installation muss vor dem Einbau der Küche erfolgen, da der Verteilerschrank hinterher schwer zugänglich sein wird. Eine bessere Lösung wäre wahrscheinlich gewesen, den Verteiler hinter dem Buffet vorzusehen. Ich gehe aber davon aus, dass ein Zugang in den nächsten zehn Jahren nicht erforderlich sein wird. Die Sicherungen befinden sich alle im zentralen Sicherungskasten im Flur.

Viel, viel später: Die Küche kommt
Die Küche wird am ersten Montagetag einschliesslich der Elektrogeräte angeliefert. Lediglich die Spülmaschine wird aus der alten Küche übernommen. Der Transport ist nicht ganz einfach, da einige Schränke sehr gross sind und die Waschmaschine über 100kg wiegt. Bei der Prüfung stellt sich heraus, dass bei einer Tür der Lack beim Transport beschädigt wurde - der Monteur informiert sofort den Hersteller, und die Nachlieferung wird auf die Reise geschickt.

Anschliessend werden die Schränke rückseitig an die Sanitärinstallation angepasst und zwei Wartungsöffnungen für den Zugang zum Verteilerschrank und zum Anschlussfeld für die Kochplatten erstellt. Für den Herd muss schnell eine Aufputzsteckdose improvisiert werden - der Herd kommt mit Netzstecker. Die Schränke werden miteinander und mit der Wand verbunden und ausgerichtet.

Das Licht, dass von oben in den Le Mans-Eckschrank leuchtet, bringt uns auf die Idee, einen Mikroschalter für eine Beleuchtung nachzurüsten. Wir vereinbaren mit dem Monteur, ihm morgen früh die nötigen Komponenten vorverkabelt zu geben.

Tag 2 der Küchenmontage
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob am zweiten Tag nur die Dunstabzugshaube montiert wurde, aber tatsächlich ist viel mehr passiert. Die "Filler" wurden gesägt, die Griffmulden eingesetzt, die Fronten von Spül- und Waschmaschine montiert, und alle Schränke und Geräte plan ausgerichtet. Der Le Mans-Schrank hat am Abend auch die Beleuchtung mit LED-Leiste und Mikroschalter bekommen. Wir freuen uns, dass die Farbe der LED-Beleuchtung der Dunstabzugshaube zu den anderen Leuchten passt.

Die Griffmulden sind ein interessantes Detail der S2-Küche: Falls mehrere Schränke nebeneinander stehen, sind die Mulden aus Edelstahl dennoch durchgehend. Bei meiner Küche kommt diese Lösung leider nicht zur Geltung, da an keiner Stelle zwei Ausziehschränke nebeneinander stehen. Aber gut gelöst ist es doch!

Küchenmontage, dritter Tag
Heute wurden die Griffleisten komplettiert, die Sockelleiste gesetzt, die Tür der Waschmaschine korrigiert und die Auflagen der Arbeitsplatte fixiert. Ein wichtiges Detail betrifft die 103°-Ecke, die heute präzise gesägt und installiert wurde. Der Teil, der die Möbel betrifft, ist damit abgeschlossen.

Küchenmontage, vierter Tag

Nachdem die Küche aufgebaut wurde, wird eine Schablone aus Holz für die Arbeitsplatte erstellt. Der Steinmetz erstellt nach dieser Schablone, die auch die Aussparungen für die Spüle und das Kochfeld enthält, eine Arbeitsplatte aus Quarz. Die Schablone ist in meiner Küche unbedingt erforderlich, weil der Winkel zwischen den beiden Seiten nicht rechtwinklig ist, sondern 103° beträgt. Ausserdem muss die Arbeitsplatte Aussparungen für zwei Balken der Dachkonstruktion enthalten.

Danach heisst es wieder, Geduld haben - der Steinmetz holt die Schablone zwei Tage später ab, und wird den Zuschnitt in seiner Werkstatt machen.

Arbeitsplatte, 1. Tag

Die Montage der Arbeitsplatte ist an einem Vormittag erledigt: Da der Quarz nur in einer Maximallänge von 3m erhältlich ist, muss das lange Teilstück in zwei Segmenten erstellt werden. Da die Arbeitsplatte nach Schablone erstellt wurde, passt alles nahezu perfekt, lediglich an einer Aussparung für einen der Dachbalken muss geringfügig nachgearbeitet werden, um 2/10mm zu gewinnen.

Die Spüle wird von unten an die Arbeitsplatte geklebt, der Abtropfbereich der Spüle wurde in die Arbeitsplatte eingefräst. Schick!

Jetzt wäre eigentlich der Zeitpunkt gekommen, sich über den Fliesenspiegel Gedanken zu machen. Glas, Quartz, Stein, Inox? Aber beim Test Abends stellen wir fest, dass der Ausschnitt für die Domino-Küchenmaschine zu klein ist. Hier muss nochmal nachgebessert werden.

Arbeitsplatte, 2. Tag

Eine wichtige Lektion bei diesem Projekt ist, dass die Handwerker sehr spezialisiert sind und nur jeweils ihr eigenes Gewerk beherrschen. Der Anschluss des Wasserhahns und des Siphons sowie der Einbau des Kochfelds erfolgen daher zwei Tage später und werden von einem anderen Handwerker durchgeführt.

Das Foto zeigt auch die Einbausituation des Küchenmaschinen-Dominos neben dem Kochfeld. Dafür gibt es von Siemens Schienen zum Aneinanderreihen von Elementen.

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