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Holzbalkendecke

Wir bauen eine Mezzanine
In vielen Großstädten ist Wohnraum teuer, so dass jeder Quadratmeter genutzt werden muss. Bild 1 zeigt die Ausgangssituation: Die Innenwand um das Badezimmer hat eine Höhe von 4.5m, im Bad selbst wurde die Decke auf einer Höhe von 2.7m abgehängt. Das darüberliegende Volumen ist so nicht nutzbar. Das kann so nicht bleiben!

Abriss der alten Decke
Als erstes entfernen wir die alte Zwischendecke. Das ist nötig, um für den folgenden Abriss der Wände einen Zugang von innen zu haben, und vermittelt uns ausserdem einen Überblick über die Installationssituation im Hohlraum. Hier stellen wir entsetzt fest, dass das Volumen über der abgehängten Decke in freier Verdrahtung für die Elektroinstallation benutzt wurde. Das wird uns später noch beschäftigen. Ein anderes Problem ist das Lüftungsrohr.

Abriss der Wände
Nachdem wir jetzt über einen Zugang von innen verfügen, können wir mit dem Abriss der Wände beginnen. Wir entscheiden uns für eine Innenhöhe von 2.3m für die zukünftige begehbare Decke, müssen also etwa 2m Wand bis zur Decke entfernen. Die Wände sind aus 70 bzw. 100mm starken Gipssteinen aufgebaut; das hohe Gewicht zwingt uns, die Wände in handlichen Stücken abzureissen. Zu diesem Zweck sägt Stephan von innen mit einer Handsäge einen ersten Stein raus. Einfacher ginge es mit einer Flex, deren Benutzung hat die Hausfrau allerdings verboten. Man hätte sich die Sache eben vorher überlegen sollen, als die Wohnung noch im Rohbauzustand war! Auch mit der Handsäge entsteht noch eine Menge Staub, weshalb Stephan auf dem Bild rechts eine Atemmaske trägt.

Abriss der Wände - weiter!
Das erste Loch ist das schwierigste, da man hier die Säge flach ansetzen muss, bis man eine Nut erzeugt hat. Anschliessend kann man einfach weitersägen. Einige Stunden später ist die Wand fast bis auf die Zielhöhe abgetragen.

Ritzen der Nut für den Holzboden
Als nächstes zeichnen wir mit der Wasserwaage zwei waagerechte Linien am oberen und unteren Rand des späteren Fussbodens ein. Das zu verlegende Parkett wird eine Höhe von 22mm haben und soll auf einer Tiefe von 35mm auf der Wand aufliegen. Mit der Säge erzeugen wir eine entsprechende Nut. Ausserdem sägen wir gleich die Auflager für die tragenden Holzbalken. Ein befreundeter Bauingenieur hat Balken mit dem Profil 50x70mm im Abstand von 30cm als ausreichend befunden.

Die Auflager
Der befreundete Bauingenieur hat Bedenken wegen der Auflager angemeldet: Wir möchten die Balken auf der vorderen, dem Raum zugewandten Seite nur auf einer Tiefe von 40mm aufliegen lassen, damit sie unsichtbar bleiben. Auf der hinteren Seite können die Balken vollständig aufliegen. Zur besseren Lastverteilung werden 150mm lange Metallprofile in die Auflager eingearbeitet. Damit können die Bedenken des Bauingenieurs weitgehend zerstreut werden.

Die Traglage aus Holzbalken
Ein Badezimmer ohne Decke wirkt auf die Hausfrau befremdlich, wie man links sieht. Auf dem Bild rechts wurden die Balken aufgelegt; um zu verhindern, dass Feuchtigkeit aus den Wänden in das Holz diffundiert, wurden die Auflager vorher mit Dachpappe ausgelegt. Man erkennt ausserdem, dass parallel zu den Arbeiten an der Holzbalkendecke die Renovierung des Badezimmers voranschreitet.

Die untere Deckenlage aus Gipskarton
Auf der unteren Seite der Holzbalkenlage wird Gipskarton in 13mm Stärke angebracht. Wir verwenden die Einmannplatte der Firma Knauf, die so heisst, weil ein Mann sie gerade noch handhaben kann. Bei Überkopfmontage ist es aber auf jeden Fall ratsam, einen zweiten Mann zu haben. Nach dem Anschrauben werden die Stösse verfugt, die Platten verputzt und gestrichen.

Die Elektroinstallation
Die Balkenlage ist inzwischen provisorisch begehbar, wenn man ein paar Latten auf die Balken legt. Wir haben das getan und erledigen jetzt erstmal die Elektroinstallation. Da durch den Hohlraum ziemlich viele Kabel liefen, haben wir uns entschieden, einen UP-Kleinverteiler einzubauen. Das erleichtert die Installation und erlaubt durch die gute Zugänglichkeit spätere Erweiterungen. Jetzt ist auch der Zeitpunkt, evtl. gewünschte Halogenlampen in die Decke zu integrieren.

Die obere Lage - ein Parkett
Jetzt kann das Parkett verlegt werden! Wir verwenden ein 22mm Massivparkett aus Eiche, das in der Feder im 45°-Winkel auf die Balkenlage genagelt wird. Die Nägel müssen vollständig versenkt werden, damit Nut und Feder passen. Am Rand lassen wir 10mm Platz, damit sich das Parkett ausdehnen kann, ohne die Wände dabei wegzudrücken - das soll tatsächlich vor Jahren mal in Bayern zum Einsturz einer Turnhalle geführt haben. Die Stösse müssen jeweils auf einem Balken zusammentreffen, die erste und die letzte Reihe müssen mit senkrechten Nägeln gehalten werden. Die Werkbank rechts im Bild erleichtert die Arbeit enorm. Der Handwerker auf dem Bild trägt selbstverständlich eine Schutzbrille.

Und die Dampfbremse??
Gibt's nicht! Nach Rücksprache mit dem Bauingenieur wurde entschieden, dass auf die Dampfbremse verzichtet werden kann. Hätte der unter der Decke liegende Raum eine Dusche, wäre die Entscheidung sicher anders ausgefallen. Auf eine Lüftung wurde auch verzichtet, allerdings nicht absichtlich, sondern notgedrungen: Da gängige Lüftungsrohre einen Durchmesser von 100mm haben, uns aber nur 70mm zur Verfügung stehen, war eine Entlüftung über die Decke nicht möglich.

Schleifen und Versiegeln
Nach dem Verlegen warten wir eine Woche, um dem Parkett Gelegenheit zum Arbeiten zu geben. Danach wird mit dem Bandschleifer angeschliffen, der Endschliff erfolgt mit 240er Papier. Bei grösseren Räumen würde man statt des Bandschleifers eine professionelle Schleifmaschine verwenden, die man im Geräteverleih tageweise leihen kann.

Wichtig ist, das Parkett vollständig von Staub zu reinigen, bevor die Versiegelung erfolgt. Wir entscheiden uns für einen Zweikomponentenlack von V33, mit dem wir bereits gute Erfahrungen gemacht haben. Das Bild rechts zeigt, was man dafür braucht: Eine Plastikschüssel zum Anrühren mit flachem Boden und einen Kunststoffpinsel. Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten, ein Parkett zu behandeln - mehr dazu hier. Vor dem Auftragen der zweiten Schicht erfolgt der sogenannte Zwischenschliff, dazu wird das Parkett von Hand mit dem Schleifklotz geglättet. Der Zwischenschliff kann mit leicht angefeuchtetem Papier erfolgen. Bei vielbenutzten Räumen empfiehlt sich eine dritte Schicht, die ohne Zwischenschliff aufgebracht wird.

Zwischenschliff und Endversiegelung
Vor dem Auftragen der zweiten Schicht erfolgt der sogenannte Zwischenschliff, dazu wird das Parkett von Hand mit dem Schleifklotz geglättet. Der Zwischenschliff kann mit leicht angefeuchtetem Papier erfolgen. Bei vielbenutzten Räumen empfiehlt sich eine dritte Schicht, die ohne Zwischenschliff aufgebracht wird. Die Versiegelung betont die Maserung des Holzes; wir empfehlen einen farblosen Mattlack: Farblos, da das Holz später sowieso nachdunkelt, und matt, da es natürlicher aussieht und gegenüber Kratzern unempfindlicher ist als Brillantlack. Die Firma V33 bietet Mattlack in den Qualitäten satiniert und gewachst (ciré) an; letzterer sieht wie wir meinen am natürlichsten aus.

Sockelleisten
Vor dem Anbringen der Sockelleisten müssen wir die Wände noch glätten, verputzen und streichen. Eigentlich würde man diese Arbeiten erledigen, bevor das Parkett verlegt wird; in diesem Fall aber sind die Wände erst durch das Parkett zugänglich geworden. Wir verwenden Sockelleisten in der klassischen Höhe von 110mm, die es preisgünstig aus Massivholz gibt. Die Leisten werden vor der Montage 2x lackiert (Zwischenschliff nicht vergessen) und dann geklebt und genagelt und anschliessend ein drittes Mal lackiert, um die Nägel zu kaschieren. Falls die Wand nicht ganz gerade ist, kann man Gipsputz mit dem Finger in die Fuge streichen und anschliessend lackieren.

Weiter
Demnächst hier: Anfertigung und Montage eines Metallgeländers.

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