Siemens Einbauküchenmaschine MK7EK20

Warum eine Einbauküchenmaschine?

Die Siemens Einbauküchenmaschine MK7EK20 ist baugleich mit der Bosch MEK7200. Beide Maschinen sind von den Dimensionen her kompatibel zu anderen Domino-Geräten. Eine kompaktere Alternative ist die Bosch MEK7000, die etwas kürzer ist und ausserdem keinen hervorstehenden Bedienschalter hat: Bei der MK7EK20 und der MEK7200 deckt eine Ceranglasplatte den oberen Teil des Gerätes ab, während das Bedienfeld mit dem Schalter offen bleibt. Beim Bosch MEK7000 deckt eine Edelstahlplatte das ganze Gerät einschliesslich des versenkt angebrachten Bedienschalters ab. Mir gefällt das Konzept der MEK7000 eigentlich besser, zumal ich keine weiteren Domino- Elemente habe, aber da ohnehin keines der drei Modelle mehr lieferbar ist, habe ich zugeschlagen, als sich die Gelegenheit bot, eine MK7EK20 aus einer Konkursmasse zu erwerben. Ich habe mich für eine Küchenmaschine entschieden, weil ich häufig Brot backe und das Kneten mit der Hand leid war. Da meine Küche klein ist, kam für mich nur eine Einbaumaschine in Frage. Ich hatte ursprünglich die Bosch MK7000 ins Auge gefasst, da sie in meiner Arbeitsplatte vollständig verschwinden könnte.

In gewisser Weise ist die Platzersparnis eine Illusion, da die Zubehörteile ja auch verstaut werden müssen. Und bei der Siemens MK7EK20 sind diese besonders zahlreich! Die Maschine wird mit zwei Petriergefässen, Topfschnitzler, Hackmesser und Blender geliefert. Ob man das alles braucht, ist die eine Frage - wohin damit, die andere.

Technische Daten

Das Gerät hat einen leistungsstarken 700W Getriebemotor, der im Vergleich zu den Standgeräten, die ich kenne, relativ leise ist. Relativ, weil der Lärm immer noch erstaunlich hoch ist. Weshalb baut kein Hersteller einen laufruhigen Drehstrommotor mit Dreiphasen-Anschnittsteuerung ein? Bei den Geräten der Oberklasse - und dazu zählt die MK7EK20 zweifelsohne - wäre das im Budget sicher machbar. Der Motor verfügt über einen elektronisch gesteuerten Sanft-Anlauf.

Lange Zeit war die MK7EK20 die leistungsstärkste Maschine auf dem Markt - die üblichen Standküchenmaschinen haben Motoren mit 250W oder 300W. Inzwischen gibt es von Bosch und Siemens allerdings auch Geräte mit 800W und sogar 1100W. Ich kann mir allerdings ausser Zementmischen keine Anwendung vorstellen, die mehr als die 700W meiner MK7EK20 erfordert.

Das Gerät hat ein einziges Bedienelement, einen Stufenschalter mit 4 Drehzahlstufen sowohl einer nicht rastenden Schnellstufe. Eine Leuchte zeigt den Betrieb oder evtl. Störungen an. Das Antriebsteil sitzt bündig in der Mitte, hier werden die verschiedenen Einsätze per Bajonett eingeklinkt. Der Einbau ist problemlos mit einer Stichsäge möglich, da das Oberteil etwas breiter als der Motorblock ist und die Fuge abdeckt. Es gibt von Siemens auch Einbausätze für den oberflächenbündigen Einbau, dann muss aber sehr präzise gearbeitet werden. Ich denke, diese Einbausätze sind vor allem für Arbeitsplatten aus Stein gedacht.

Brotteig kneten

Das ist die Anwendung, für die ich das Gerät gekauft habe. Ich hatte zunächst eine Brotbackmaschine in Erwägung gezogen, die ja auch über eine Knetfunktion verfügt. Allerdings können diese Maschinen alle nur kleine Mengen - in der Regel 700g - an Mehl verarbeiten. Mit der Siemens Mk7EK20 sind auch 3kg Teig kein Problem! Bei manchen Maschinen wird der Teig beim Kneten nach oben gedrückt - nicht so bei der Siemens. Die Knetfunktion arbeitet einwandfrei; man lässt die Maschine etwa 10 Minuten bei kleinster Drehzahl arbeiten, und der Teig wird elastisch, luftig und klebfrei, wie er sein soll. Der Deckel besitzt eine Öffnung für die Zugabe von Zutaten, allerdings bin ich von der Funktion nicht ganz überzeugt, da ich in der Regel den Topf auf eine Waage stelle, um die Zutaten grammgenau hinzufügen zu können. Die ideale Küchenmaschine würde über eine eingebaute Digitalwaage mit Tara- Funktion verfügen.

Auf dem Video sieht man meinen ersten Versuch mit 3.5kg Hefeteig. Für den Motor ist das tatsächlich kein Problem; nicht bedacht hatte ich jedoch, dass der Teig ja auch irgendwo gehen muss und dabei sein Volumen nahezu verdoppelt. Nutzt man die Maximalkapazität der Mk7EK20 aus, gibt's an dieser Stelle ein Problem, wie man weiter unten sieht. Inzwischen habe ich die Teigmenge auf 2kg reduziert (1.25kg Mehl, 625 ml Milch, Joghurt, Eier, Hefe).

Ein wichtiger Punkt ist die Reinigung. Bei der Siemens-Maschine befindet sich konstruktionsbedingt der Knethaken an einem Dorn in der Mitte des Topfes. Der Knethaken selbst wird einfach abgenommen, der Dorn dagegen bleibt im Normalfall im Edelstahltopf. Er kann abgeschraubt werden, dies ist so in der Bedienungsanleitung allerdings nicht erwähnt, und wohl auch nicht so gedacht. Der Dorn erschwert die Reinigung allerdings nur unwesentlich, da er sehr glatt ausgeführt ist. Ich wasche den kompletten Topf mit Sockel und Dorn vor und stecke ihn dann in die Spülmaschine. Das geht, da alle Kunststoffteile spülmaschinenfest sind.

Schlagmesser MZ 7 MM01

Das MZ7MM01 ist ein Schlagmesser und ein Schnitzler, je nachdem, ob man das Messer oder eine der drei beiliegenden Scheiben einsetzt. Siemens hat hier eine Verriegelung vorgesehen, die verhindert, dass das Gerät ohne Deckel oder mit nicht ordnungsgemäss verriegeltem Deckel betrieben wird. Hat man erstmal verstanden, wie der Mechanismus funktioniert, ist er sehr praktisch. Man wird in Anbetracht der Konzeption aber den Eindruck nicht los, dass hier Männer eine Küchenmaschine für Männer entworfen haben.

Der Schlagmessereinsatz befindet sich am Boden des Gerätes und dient zum Hacken und Pürieren. Man soll damit auch Getränke und sogar Mayonnaise zubereiten können, das habe ich aber nicht probiert.

Will man sehr fein Hacken/Pürieren, gibt es nichts weiter zu beachten. Weil ich meine Zwiebeln (für Zwiebelbrot) aber grob gehackt haben möchte, muss ich die Einfüllmenge beachten: Nur 1-2 grosse Zwiebeln, und dann 5-7 Sekunden auf höchster Stufe arbeiten. Nimmt man grössere Mengen, muss man die Maschine länger laufen lassen, um alles zu hacken, und dann wird's sehr kleinteilig. Noch wichtiger ist dieser Hinweis bei Kräutern, hier dürfen nur 10g in den Topf, sonst kommt nur Matsch heraus. Das Handbuch geht auf dieses Detail in meinen Augen nur unzureichend ein.

Macht man's richtig, ist das Ergebnis einwandfrei. Der Topf kann vom Sockel abgenommen und leicht gereinigt werden.

Zum Schnitzeln gibt es drei Scheiben, von denen zwei ausserdem Wendescheiben sind, so dass man insgesamt 5 Möglichkeiten hat. Bei meinem ersten Versuch - es ging um eine Möhre - habe ich prompt Raspel- und Reibscheibe verwechselt, und das Ergebnis war zu kleinteilig. Mit der richtigen Scheibe geht's gut. Allerdings musste ich feststellen, dass es sich nicht lohnt, die Schnitzelfunktion für kleine Mengen (wir sind ein 2-Personen Haushalt) einzusetzen. Da nehme ich doch lieber meine Rösle Julienne-Raspel, das geht genauso schnell. Bei grösseren Mengen ist die Schnitzelfunktion jedoch eine tolle Sache. Ein Gurkensalat ist damit fix gemacht.

Topfschnitzler MZ 7 TS01

Nur Siemens weiss, warum der Maschine zusätzlich zum Schlagmesser (mit Schnitzelfunktion) ein Topfschnitzler beiliegt. Das Gerät kann alles, was der MK7MM01 mit Schnitzelscheibe auch kann, nur noch schneller und für noch grössere Mengen: die Scheiben haben einen entsprechend grösseren Durchmesser.

Blender

Lange Zeit vermutete ich, der Blender diene der Zubereitung von Mixgetränken, und so verbrachte er mehrere Jahre ungenutzt in seinem Karton. Dann habe ich entdeckt, dass man damit sehr einfach Gemüsesuppen zubereiten kann, und seitdem kommt das Gerät vor allem in den Wintermonaten regelmässig zum Einsatz. Schick sieht er auch aus, so ganz in Edelstahl.

Domino

Nach der Totalrenovierung meiner Küche musste die Küchenmaschine natürlich mit umziehen. Für den Einbau neben andere Domino-Elemente bietet Siemens eine Schiene an, die zwischen zwei Geräte in die Arbeitsplatte montiert wird. Bei mir ist dabei ein kleiner Spalt verblieben, da Kochfeld und Küchenmaschine leicht unterschiedliche Rahmen haben. Da habe ich nicht genügend auf das Detail geachtet.

Fazit

Auch wenn ich lieber die Bosch MK7000 gekauft hätte, da nur diese Maschine wirklich vollständig in der Arbeitsplatte verschwindet, und nicht nur teilweise wie die MK7EK20, bin ich vom Konzept überzeugt. Wenn man nicht viel Platz in der Küche hat, ist eine Einbaumaschine die ideale Lösung. Beim Zubehör tut Siemens meiner Meinung nach zuviel des Guten - das treibt auch den Preis der Maschine deutlich in die Höhe (noch ein Plus- punkt für die Bosch MK7000, die nur halb soviel kostet und nur mit dem Edelstahltopf zum Schlagen und Kneten geliefert wird; wer mehr will, kann das Zubehör zusätzlich erwerben).

Ein häufig in den Foren im Netz gebrachtes Argument gegen Einbaumaschinen ist die Ersatzteilfrage - wenn die Maschine nach 10 Jahren kaputt geht, kann sie nur durch das gleiche Modell ersetzt werden, das dann womöglich nicht mehr existiert. Das Argument ist aber leicht zu entkräften, wenn man sich den Siemens Ersatzteilshop anschaut. Alle, aber wirklich alle Teile sind einzeln erhältlich und bequem online zu bestellen.

Inzwischen hat Bosch-Siemens die Herstellung der Maschinen eingestellt. Dies kann nur an der zu geringen Nachfrage liegen, obwohl die Maschinen auf dem amerikanischen Markt bis zuletzt sehr populär waren. Ich denke, dass eine Neuauflage der Bosch MK7000, vielleicht mit Zuwiegefunktion, ihren Markt finden würde.