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Renovierung

Wir verbinden zwei Wohnungen
Da denkt man, die Renovierung sei endlich fertig, und dann passiert's: Plötzlich gehört die kleine Einraumwohnung nebenan uns, und eine Verbindung beider Wohnungen wird notwendig. Aber vor der Arbeit steht die Planung - hier versuchen wir uns ein Bild vom neuen Raum zu machen. Es gibt ein für die grosse Stadt überdimensioniertes Bad und eine kleine Küche, die den Blick auf eines der Fenster versperrt. Ausserdem ist die Aussenwand schlecht isoliert und in einem schlechten Zustand. Am Besten alles erstmal abreissen!

Abriss
So eine Totalsanierung mit Entkernung ist eine beeindruckende Angelegenheit. Mehrere Kubikmeter Schutt, überall Kabel und Rohre - man könnte meinen, hier sei eine Bombe eingeschlagen.

Abriss der Innenwand
Beim Vermessen stellen wir fest, dass die Wände zwischen beiden Wohnungen sehr dick sind. Hier wurden 2x 7cm Gipsdielen verwendet, mit 7cm Isoliermaterial dazwischen. Das ist gut, wenn man laute Nachbarn hat, aber unnötig in der eigenen Wohnung. Ausserdem erschwert es den späteren Einbau der Tür und den Zugang zur Elektroinstallation, die sich im Hohlraum zwischen den Gipsdielen befindet. Weg damit! Ganz nebenbei gewinnen wir so etwas mehr als einen Quadratmeter Platz, was in der grossen Stadt stets willkommen ist.

Versetzen des Verteilerschranks
Der Stromverteilerschrank befindet sich ziemlich genau da, wo die Tür später eingebaut werden soll. Wir entfernen die doppelte Wand hinter dem alten Aufputz-Stromkasten, und sägen rechts daneben ein Loch für einen grossen Unterputz-Verteiler von Hager. Da es sich um eine Totalrenovierung handelt, sind wir gezwungen, die Anlage auf den neuesten Stand der Norm Nf-C 15-100 zu bringen, die getrennte Fehlerstromschutzschalter für Küche, Bad und Licht vorschreibt, und ausserdem zweipolige Sicherungsautomaten verlangt.

Nach diesen Arbeiten fehlt noch der Anschluss des Studios und der Leitungen für Küche und EIB in einem Leerrohr, das erst beim Einbau der Tür vollständig zugänglich wird. Mit diesem Stand wird man also erstmal ein paar Tage leben müssen.

Auf dem letzten Bild sieht man die Reste der alten Installation, das provisorisch zugeklebte Loch, durch das früher die Leitungen in den Verteiler geführt wurden, und unter dem Hager Kleinverteiler eine weitere Öffnung für den in Frankreich von EDF überall eingebauten Fehlerstromschutzschalter mit Überstromsicherung. Er ist verplombt und kann daher nicht in den Kleinverteiler integriert werden - aber da wäre sowieso kein Platz mehr.

Thermische Isolierung der Aussenwand und verlegen der Leerrohre
Nachdem der ganze Schutt ausgeräumt wurde (links), wird als erstes eine thermische Isolierung an die Aussenwand geklebt (rechts). In diese Schicht werden ausserdem die Leerrohre für die Elektroinstallation eingezogen. Sollten wir irgendwann mal Lust haben, ein Fernsehgerät zu kaufen, kann es über das senkrechte Leerrohr unsichtbar mit Strom, Antennensignal und HDMI versorgt werden. Für's Erste legen wir eine Anschlussdose unter Putz und notieren genau, an welcher Stelle später eine Bohrung zu machen sein wird.

Innenwände
Inzwischen haben wir beschlossen, doch wieder ein Bad einzubauen, allerdings kleiner und mit länglichem Grundriss, um nicht die Perspektive auf die Fenster zu versperren. Der Zugang wird mit einer Schiebetür erfolgen.

An der Aussenwand mauern wir 5cm Gipsdielen, das Bad wird mit 7cm bzw 10cm dicken Gipsdielen gemauert. Da die Schiebetür einen 10cm breiten Laufkasten haben wird, müssen wir die Gipsdielen an dieser Stelle entsprechend breiter wählen. Inzwischen haben wir auch herausgefunden, welche alten Leerrohre der ursprünglichen Elektroinstallation günstig liegen und wiederverwendet werden können. Leider sind das wegen des neuen Grundrisses nur wenige.

Das Bild rechts zeigt eine Ecke des Badezimmers von innen - dort soll später eine Dusche sein.

Grobputz
Mit dem Grobputz werden die Innenwände geglättet und die Fugen geschlossen. Das ist auch der richtige Zeitpunkt, die Elektroinstallation fertigzustellen. Im mittleren Bild sieht man die Dosen für Steckdosen und Schalter, die links noch fehlen. Die Leerrohre laufen innen an der Trennwand zum Badezimmer. An einigen Stellen sind Verteilerdosen notwendig, um beide Wohnungen zu verbinden - rechts im Bild oben sieht man Dosen für Telefon und EIB. Da hier später ein Wandschrank steht, stören die Verteilerdosen nicht.

Verbindungstür
Das Setzen von Türen in Gipsdielen ist nicht schwierig, da man die Öffnung einfach mit einer Säge herstellen kann. Sofern die Tür nicht zu breit ist, hält der über der Öffnung stehende Teil auch ohne Sturz. Je nach Höhe des Bodenbelags muss der Rahmen gekürzt werden; bei mir müssen 20mm abgesägt werden. Die Innenseite der Tür muss ich vor dem Vergipsen mit einer Grundierung absperren, sonst dringt Feuchtigkeit in das Holz ein. Bei Türen aus einem Synthetikmaterial, oder falls wir Bauschaum einsetzen würden, gäbe es das Problem natürlich nicht.

Das ist auch der richtige Zeitpunkt, den späteren Parkettanschluss vorzubereiten. Vorher befanden sich die Enden der Parkettstäbe (englischer Verbund, Massiv, vollflächig verklebt) unter einer 10mm Breiten Leiste - da ich den Übergang nicht mit einem Metallprofil lösen möchte, sondern ein Eichenbrett als Übergang zwischen die beiden Türholme legen will, muss ich einen geraden Übergang herstellen. Das mache ich mit der Tauchsäge und einer Führungsschiene. Damit ich über die ganze Breite sägen kann, muss ich auf beiden Seiten etwas von der Gipswand unten entfernen. Ausserdem muss ich für diese Arbeit den Spaltkeil der Tauchsäge entfernen. Das geht bei der TS-55 ganz einfach.

Das Einsetzen der Tür ist dagegen schwierig. Die Tür muss sorgfältig mit Keilen ausgerichtet werden. An den Holmen und oben werden Nägel kreuzweise in den Rahmen genagelt und anschliessend mit Gips im Mauerwerk fixiert. Der Gips bindet sehr schnell ab, weitere Korrekturen sind dann nicht mehr möglich. Die verbleibenden Fugen werden anschliessend gefüllt. Jetzt warten wir 24h, bevor wir die Tür das erste Mal öffnen.

Schiebetür
Zwischendurch wird die Schiebetür zum Badezimmer eingebaut. Ich verwende ein Chassis von Scrigno, das in eine Metallständerkonstruktion integriert wird. Eigentlich muss man dieses Chassis auf den fertigen Boden setzen, aber da der noch nicht existiert (und wohl auch bei den noch zu leistenden Arbeiten Schaden nähme), habe ich zunächst eine Keramikplatte auf den Boden geklebt, mit der ich auf die zu erreichende Fussbodenhöhe von 19mm komme. Die letzten 5cm unter dem Chassis sind frei; hier wird später ein Parkettbrett eingeschoben, damit der Übergang schön wird und keine Laubsägearbeiten erfordert.

Ich verwende 48mm Profile von Knauf, die bei einer doppelten Beplankung von 2x13mm auf jeder Seite 100mm Dicke ergeben. Auf dem Türchassis wird nur eine einfache Beplankung angebracht. Besser wären wohl 74mm-Profile, aber die sind in Frankreich nicht leicht erhältlich.

Die Metallständerkonstruktion wird mit Wand, Decke und Boden verbunden und ist auch ohne Beplankung sehr stabil. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, noch schnell Leerrohre für zukünftige Anwendungen einzuziehen! Das Loch über der Tür könnte später eine Glasscheibe für einen in der Zwischendecke befindlichen Beamer aufnehmen.

Etwas schwierig gestaltet sich der Einbau des Türpfostens rechts; hier hätte ich mir ebenfalls die glatten Metallprofile zum Verschrauben mit der Metallständerwand gewünscht. Stattdessen ist der Pfosten - entgegen der Herstelleranweisung - direkt mit der Wand verschraubt.

Alte Tür zumauern
Da das Studio jetzt an die Wohnung angeschlossen ist, wird die Eingangstür nicht mehr benötigt. Da wir sowieso den Flur renovieren, ist die Gelegenheit gut, die Tür zuzumauern. Wir verwenden Gipsdielen 70mm aussen, anschliessend Dämmwolle und 50mm Innenwand. Die kurzfristig erwogene Idee, es bei der Aussenwand zu belassen und die so entstandene Nische für eine Bibliothek zu nutzen, haben wir nach einem Schalltest wieder verworfen. Eine einschalige Wand schützt nicht ausreichend vor Lärm im Treppenhaus.

Schiebetür - Teil II
Das Scrigno-Chassis ist sehr stabil, und die Führungsmechanik ist robust und gut durchdacht. Man muss allerdings darauf achten, spezielle 19mm lange Schrauben für die Befestigung der Gipskartonplatten zu verwenden, da man sonst das Chassis durchbohrt. Die üblichen 25mm-Schrauben sind ungeeignet. Eigentlich sollten sie wohl beiliegen - war bei mir aber nicht der Fall. Ich habe im Baumarkt aber einen Ersatz bekommen.

Nach der Beplankung auf beiden Seiten wird alles mit Gips verputzt. Bei dieser Tür benötigt man keine Abschlussleisten - der Putz geht bis an den Rand aus Aluminium. Bevor wir die Tür selbst einsetzen, möchten wir aber die anderen Arbeiten beenden.

Innenfenster
Der Raum hat kein Fenster, aber durch den Einbau eines kleinen Innenfensters kann er trotzdem vom Tageslicht profitieren. Das Fenster baue ich selbst mit T-Profilen aus Aluminium, die in einer gefrästen Nut in einem Rahmen aus einfachem Nadelholz liegen. In das T-Profil klebe ich ein elastisches Band, das mir ein Fensterbauer gegeben hat, und verwende Fensterkitt aus der Tube für die andere Seite, so dass Bewegungen des Rahmens nicht die Glasscheibe belasten. Der Rahmen wird in eine Aussparung gesetzt, so dass das Fenster aussen bündig mit der Wand abschliesst. Innen wird der Ausschnitt in den Gipswänden um 45° angeschrägt, um den Lichteinfall zu vergrössern.

Boden
Der Boden wird mit 60x60cm grossen Feinsteinzeugplatten von Coem belegt. Die Grösse der Platten macht es erforderlich, die Innenwände an zwei Stellen zu unterschneiden, um schwierige Schnitte im Feinsteinzeug zu vermeiden. Das korrigieren wir später mit Gips.

Hier passiert mal wieder ein Planungsfehler: Die ursprüngliche Idee, eine Abschlussleiste aus 5cm hohen Feinsteinzeugplatten, die wir extra zu diesem Zweck aus den Resten haben schneiden lassen, erweist sich als einigermassen unästhetisch. Da wir beim Malen den Übergang Boden/Wand nicht sorgfältig genug gestaltet haben, zwingt uns dies, zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal nachzuarbeiten. Wir entscheiden uns, dies nach dem Einbau der Zwischendecke zu machen.

Decke
Knapp unterhalb der Decke befinden sich zwei Lüftungsrohre, die durch den alten Kamin zum Dach führen. Eine davon nutzen wir für eine aktive Entlüftung, die andere als Durchführung für Antennenkabel. Eine abgehängte Decke erleichtert die Elektroinstallation und erlaubt ausserdem den Einbau von Deckenleuchten. Ein EIB-Schaltaktor steuert Licht und Ventilator, und der 12V-Trafo für die Halogenbeleuchtung wird ebenfalls hier montiert. Das sieht alles etwas chaotisch aus, verschwindet aber hinter der abgehängten Decke.

Als erstes setzen wir schnell noch zwei Steckdosenleisten für Netzwerk/Telefon/EIB und die Antennen und legen die Leitungen unter Putz. Dann werden Gewindestangen an der Decke montiert, an denen die Metallprofile für die Befestigung der Decke hängen. Eine Revisionsklappe ermöglicht den Zugang zur Elektroinstallation, ausserdem werden zwei Öffnungen für rahmenlose Halogenlampen und ein Durchlass für die Lüftung erstellt. Die Decke wird verputzt, wobei in die Übergänge zwischen den Platten Bewehrungsstreifen aus Papierfaser kommt, die dann verputzt wird. Der Rest ist klassisch: Dünn verputzen, von Hand schleifen, streichen. Die Decke wird mit matter Acrylfarbe gerollt, die Wände mit abwaschbarer satinierter Acrylfarbe. Der Übergang zwischen Boden und Wand wurde zwischendurch nachgearbeitet, und die zum Legen des Bodens gesägten Unterschnitte geschlossen.

Fertig!
Fertig! Die Lampen sind "Nimbus Rahmenlos", wurden mir von der Lichtexpertin empfohlen und halten, was sie versprechen. Sie sind - so wie die Revisionsklappe auch - bündig mit der Decke montiert und ohne hervorstehende Konturen. Im Unterschied zu den häufig verwendeten spots muss der Spalt zwischen Lampengehäuse und Decke verputzt werden; der Einbau ist also nicht nachträglich möglich, sondern muss während der Deckenarbeiten erfolgen. Ich finde, die Mühe lohnt sich!

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