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Zinkenverbindungen mit der Wolfcraft Zinkenschablone

Schwalbenschwanzverbindungen fräsen
Schwalbenschwanzverbindungen (oder Zinkenverbindungen) benötigt man vor allem für Schubfächer. Der geschickte (und vor allem geduldige) Hobbyschreiner stellt sie mit Säge und Stechbeitel her, aber einfacher geht's mit der Oberfräse, wenn man eine Schablone verwendet. Leider ist die Anschaffung einer professionellen Frässchablone für den Hobbyschreiner nicht zu rechtfertigen: 500 Euro für drei Schubläden im Jahr sind einfach zuviel.

Eine interessante Alternative ist die Wolfcraft Zinkenschablone, die man schon für 50 Euro bekommen kann. Natürlich kann man zu diesem Preis nicht die Qualität einer Profischablone erwarten, aber die oft abwertenden Kommentare, die man in manchen Newsgruppen lesen kann, sind ungerecht. Die Wolfcraft-Schablone ist besser als ihr Ruf, und in ihrer Preisklasse unschlagbar. Sie kann sogar mehr, als die Anleitung vorgibt.

Die Wolfcraft Zinkenfrässchablone
Hier sieht man, wie die Wolfcraft Schablone bestimmungsgemäss eingesetzt wird - der besseren Übersicht wegen ohne die aufgesetzte Führungsschablone. Das waagerecht eingespannte Brett liegt auf den Halterungen auf, das senkrecht eingespannte Brett liegt links am Anschlag (siehe Pfeil) auf, um 10mm Versatz zwischen Nut und Zinken sicherzustellen. Auf diese Weise kann man Nut und Zinken in einem Durchgang fräsen. Das waagerecht eingespannte Brett entspricht der Schubladenfront, das senkrechte dem Seitenteil.

Diese Vorgehensweise hat allerdings den Nachteil, dass man nur Bretter bis maximal 22mm Dicke einspannen kann. In der Praxis kann man etwas darüber hinausgehen, aber bei 29mm muss das Gerät passen: Bei dieser Dicke lässt sich die Schablone (siehe zweites Bild) nicht mehr auf das waagerecht eingespannte Brett klemmen.

Bretter über 22mm Dicke
Für skandinavische Möbel sind 22mm ausreichend, bei Stilmöbeln werden aber dickere Schubfachfronten erwartet. Die nächstgrössere Normdicke von 29mm lässt sich einspannen, wenn man das waagerechte Brett, das die Schubladenfront darstellt, nicht auf den beiden Klemmen aufliegen lässt, sondern dazwischen einklemmt. Dann liegt es direkt auf der Arbeitsplatte auf, und man gewinnt etwa 10mm zusätzliche Höhe. In diesem Fall gibt es allerdings das Problem, dass das senkrechte Brett nicht mehr den Versatz von 10mm hat, der notwendig ist, um Zinken und Nuten in einem Durchgang fräsen zu können.

Andererseits gewinnt man auch an Freiheit: Jetzt gibt es keinen Grund mehr, die Schablone am linken Anschlag einzuklemmen, sondern kann sie bis zu 15mm weiter nach rechts verschieben, um die erste Nut an beliebiger Position beginnen zu lassen. Das ist oft sinnvoll, um sicherzustellen, dass die erste und die letzte Nut den gleichen Abstand vom Rand haben. Ich verwende diese Möglichkeit, um zu gewährleisten, dass die letzte Nut nicht mit der 5mm-Nut für den Schubladenboden kollidiert.

Da ich das senkrechte Brett, das die Schubladenseite darstellt, nicht mehr bündig einspannen kann, verwende ich ein etwas grösseres Brett (Im Bild hat die Schubladenfront 10cm Höhe, die Seiten werden mit etwa 11cm gefräst) und säge es später auf die richtigen Dimensionen. So habe ich etwas Spielraum beim Einspannen. Man sieht in den Bildern, dass das senkrechte Brett nicht am linken Anschlag anliegt.

Ausreissen vermeiden
Eigentlich gibt es bei dieser Methode keinen Grund mehr, beide Bretter gleichzeitig zu fräsen. Das mache ich mir zunutze, um das Ausreissen an der Rückseite des senkrechten Brettes zu vermeiden. Ich benutze das waagerechte Brett nur zum Fixieren der Schablone und ziehe es dann etwa 3cm zurück. Jetzt liegt das senkrechte Brett vorne und hinten frei, und man kann beide Seiten mit der Fräse erreichen. Ich fräse dann kurz von der hinteren Seite eine Nut bis auf etwa die halbe Brettstärke, bevor ich von der vorderen Seite durchfräse. Es dauert etwas länger, aber man kann das Ausreissen des senkrechten Bretts wirkungsvoll verhindern.

Wie tief muss ich den Fräser einspannen?
Zu dieser Frage schweigt sich das Handbuch aus - einer der Gründe, weshalb meine ersten Versuche mit der Frässchablone unbefriedigend waren. Bis etwa 12mm Tiefe sitzt die Verbindung sehr locker, erst ab 13mm bekommt man eine stramm sitzende Verbindung. Leider muss man dann die Nuten und Zinken mit der Feile nacharbeiten, um die Grate zu entfernen, da der Fräser nicht lang genug ist. Diese Arbeit lohnt sich aber und wird mit einer wirklich fest sitzenden Verbindung belohnt, bei der man sich fragt, ob leimen überhaupt notwendig ist. Meine Erfahrung: Lieber zu tief als nicht tief genug fräsen. Nacharbeiten mit der Feile kann man immer - nachfräsen bei zu kurzer Nut geht nicht.

Und sonst?
Wichtig sind natürlich die richtigen Fräser. Wolfcraft bietet inzwischen wohl nur noch HSS-Fräser an, die wirklich nur für Weichholz geeignet sind - und auch da schnell stumpf werden. Meinen habe ich an einem Buchenbrett mit nur 6 Zinken komplett ausgeglüht.

Die Suche nach einem Hartmetallfräser war nicht einfach, da Breite und Winkel wirklich mit den Angaben in der Anleitung übereinstimmen müssen. Die Wolfcraft-Schablone erwartet Zinkenfräser (manchmal auch als Gratfräser bezeichnet - das hilft bei der Suche im Netz!) mit 14.3mm Durchmesser, 13.5mm Länge und 15° Winkel.

Meinen Fräser habe ich in einem Sortiment von der Firma Famag erhalten und bin damit sehr zufrieden: Auch Eiche und Kirsche sind dank HM-Bestückung kein Problem. Im 2005er Katalog von Famag habe ich das Modell allerdings nicht gefunden.

Von Festool gibt es wohl auch einen passenden Fräser, er trägt die Nummer 490992. Das Modell A-0024 vom Schärfdienst Meyer hat ebenfalls die gleichen Spezifikationen. Ich bin sicher, man findet noch sehr viel mehr.

Da der Zinkenfräser voll in das Material eintaucht, werden Fräser und Oberfräse hier ziemlich beansprucht. Ich fräse deshalb erst mit einem 6mm Fräser vor, bevor ich den Zinkenfräser einsetze. Trotzdem ist meine alte 710W-Oberfräse bei den Nuten gelegentlich an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit.

Wie ich schon sagte, arbeite ich die Zinken und Nuten nach. Mit einem Stechbeitel entferne ich den evtl. vorhanden Grat an den Nuten und Zinken, ausserdem glätte ich die Zinken mit Schleifpapier. Die äusseren, je nach Länge der Seitenteile unvollständigen Zinken muss man natürlich absägen; wenn man dabei nicht aufpasst, gibt's eine Delle, wie im unteren Bild links zu sehen. Nach der Montage schleife ich die Seite der Schublade mit dem Bandschleifer, um eine einwandfrei glatte Seite zu erhalten. Dabei kann durchaus ein halber mm Material entfernt werden, falls die Zinken nicht ganz bündig sind. Ich berücksichtige das bereits beim Zuschnitt.

Fazit
Die Wolfcraft Zinkenschablone ist besser als ihr Ruf: Für 50 Euro gibt es keine bessere Schablone - wer nur gelegentlich Schubfächer macht, sollte entweder lernen, es von Hand zu machen, oder aber dieses Gerät einsetzen. Schade nur, dass die Anleitung nicht alle Tricks verrät, und dass Wolfcraft nur HSS-Fräser anbietet.

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© 2007 Marais